Ligaverkleinerung

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    • Ligaverkleinerung

      Mit der Insolvenz von Giessen kommt mal wieder die Diskussion der Ligaverkleinerung auf den Tisch. Dabei haben die Vereinsvertreter vor nicht einmal einem Jahr ein einstimmiges Votum für die 18er Liga abgegeben. Das dies einige anders sehen und nun über die Hintertüre eine 16-er Liga möglich ist, ist ja kein Geheimnis. Und es kommt immer öfters vor, dass ausgerechnet Ulm als Beispiel als möglicher Befürworter einer Verkleinerung genannt wird. Dem kann ich ganz klar entgegen. NEIN, in Ulm ändern sich Einstellungen nicht einfach so.

      UNSER Hauptwettbewerb ist die BBL. Deutschland ist groß genug für 18 Standorte, die gleichzeitig auch 18 Leuchttürme für unseren geliebten Sport darstellen. Jeder Standort weniger ist von Nachteil. Denn man darf nicht immer nur nach den Großen schauen. Ein ganz normales BBL Team hat schon jetzt lediglich 34 Spiele. Die Saison dauert gerade einmal 7 Monate. 5 Monate ist man quasi nicht präsent. Die bestrifft jede Saison mindestens 9 Standorte und damit 50%. Und man braucht auch keine 18 Teams vom Level Berlin/Bamberg. Mir wurde letzte Woche am Telefon erklärt, dass wir doch das beste Beispiel sind wie es laufen soll/muss. Meine Antwort, wer denn dann absteigen soll bzw. eine schlechte Saison hat, wurde irgendwie nicht verstanden. Bei 18 Teams gibt es immer nur 8, die in die Playoffs kommen können. Und selbst wenn 18 Bambergs dabei wären, gäbe es 10 enttäuschte Teams. Das kann man drehen und wenden wie man will. Auf die Frage, was passiert, wenn alle 18 Teams alles richtig machen, gab es auch keine Antwort.

      Was ist mit der oberen Tabellenhälfte? Müssen wirklich 7 oder 8 Mannschaften international spielen? Aus meiner Sicht nicht. Zwei Teams Euroleague und 2-3 im Eurocup würden völlig reichen. Muss man in der Euroleague wirklich zwei solch lange Gruppenphasen spielen? Aus meiner Sicht ein klares Nein. Der Wettbewerb wird immer mehr aufgebläht, weil es viele Länder gibt, in denen der lokale Wettbwerb eine deutlich geringere Attraktivität hat. Beim Euroleague Meeting in Barcelona hat mir ein russischer Vertreter gesagt, dass für sie nur der internationale Wettbewerb interessant sei, weil die russische Liga in der Breite viel zu schwach sei. Ähnlich waren die Aussagen von belgischen Vertretern. Aber das ist bei uns eben ganz anders. Wir haben eine sehr gute und ausgeglichene Liga, wir brauchen den internationalen Wettbewerb als Fluchtort NICHT. Der ist ein schönes Add On. Aber ganz ehrlich. Zwei Runden mit drei Heimspielen würden es auch tun. Auch in der Euroleague. Die Alba Zuschauerzahlen sprechen da eine deutliche Sprache. Und wir sollten uns nicht alles gefallen lassen. Wenn die Euroleague zum Wochenende drängt, dann darf man das eben nicht einfach so akzeptieren. Oder wie Bamberg die Konsequenzen ziehen und öfter einmal am Montag spielen.

      Was passiert, wenn Giessen in der Saison zurückzieht? Dann steigt aus meiner Sicht NATÜRLICH nur der 17. ab, denn Giessen würde man auf Rang 18 setzen. Auch das sehen viele anders und die Spielordnung lässt sich auch anders interpretieren. Grund war damals die Kölnpleite. Man wollte nicht, dass sich der 17 deswegen rettet. Konnte ich damals schon nicht verstehen. Jetzt wäre es eine Farce. Man kann nicht in der Saison plötzlich die magische Linie des Abstiegs hochziehen. Das macht gar keinen Sinn (ausser man will unbedingt eine Ligaverkleinerung). Ich hoffe, dass sehen viele andere auch so und man macht bei der nächsten BBL Sitzung dem Spuk ein Ende.

      Lange Rede kurzer Sinn: Pro 18er Liga. Internationale Wettbewerbe sind schön, aber der nationale Wettbewerb ist wichtiger. Was man ändern könnte/sollte? Mehr Teams in die Playoffs. Z.B. eine Runde Pre-Playoffs ohne die Teams, die im Pokal Top 4 stehen. Und ich würde mir auch ernsthaft überlegen, ob 2 Absteiger die richtige Zahl ist oder ob einer reicht. Evtl. noch ein Spiel Zweitletzter gegen Zweiter der ProA. Das könnte man natürlich ändern, wenn die ProA wieder näher an die BBL rückt.

      Freue mich heute abend unglaublich auf ein Team wie Roter Stern Belgrad. Aber eben so wie auf Weihnachten oder das Lieblingsessen, das brauche ich auch nicht 20 mal im Jahr.

      Thema Natio habe ich ausgespart. Dann wird es noch komplizierter. Ändert an meiner Grundeinstellung aber nichts.
    • Full ack. Dazu sei aber ebenfalls gesagt: keine Wildcard mehr für Gießen. Es reicht langsam, der Kredit ist verspielt. Da ist mir eine Ausnahmeregel in Bezug auf Austragungsort bzw. Mindestetat für einen sportlichen Aufsteiger wesentlich lieber als dieses ständige "same procedure as every year". Das entwertet nämlich langsam den Wettbewerb und jeder andere sportliche Absteiger muss sich doch zu Recht die Frage stellen, warum er absteigen muss.
      LLAP!
    • Good2bking schrieb:

      Full ack. Dazu sei aber ebenfalls gesagt: keine Wildcard mehr für Gießen. Es reicht langsam, der Kredit ist verspielt. Da ist mir eine Ausnahmeregel in Bezug auf Austragungsort bzw. Mindestetat für einen sportlichen Aufsteiger wesentlich lieber als dieses ständige "same procedure as every year". Das entwertet nämlich langsam den Wettbewerb und jeder andere sportliche Absteiger muss sich doch zu Recht die Frage stellen, warum er absteigen muss.


      geht doch schon alleine deshalb nicht, weil die BBL neu festgelegt hat, dass ein Team in 5 (oder waren's drei?) Jahren nur einmal eine Wildcard beanspruchen kann.
    • Und wenn einer oder beide Aufsteiger wieder an den Rahmenbedingungen der BBL scheitern, so wie Cuxhaven mit schöner Regelmäßigkeit oder auch zuletzt die Kirchheim Knights? Wäre ja nicht das erste mal das es nur einen sportlichen Aufsteiger gibt. Insofern wäre vielleicht wirklich nur 1 Abstiegsplatz in der BBL sinnvoll.
    • Auch die Entscheidung mit einer Wildcard nur alle 5 Jahre ist doch die 16-er Liga durch die Hintertüre. Mein Vorschlag Wildcards abzuschaffen und bei fehlenden Aufsteigern den 17. bzw. 18. einfach nicht absteigen zu lassen (wenn er die Kriterien erfüllt und wirtschaftlich gut dasteht), wurde ja leider abgelehnt. Damit wäre Giessen aber vielleicht schon gerettet gewesen, wenn die Wildcardgebühr im Etat wäre (was sie anscheinend nicht war, aber man kann Geld trotzdem nur einmal ausgeben). Das ganze hätte noch einen weiteren ganz großen Vorteil. Wenn klar ist, dass aus der ProA keine Kandidaten nach oben können/wollen, müssen nicht die ganzen Abstiegskandidaten ihr ganze Geld (und meist noch mehr) in die Hand nehmen, um auf Rang 16 zu kommen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von TS ()

    • Absolut schwachsinnige Regelung bei einer Insolvenz und 17 verbleibenden Teams trotzdem 2 Vereine absteigen zu lassen. Da wird jetzt Geld in die Hand genommen um Platz 15 zu erreichen, was vermutlich eh nicht da ist. So kann man Vereine auch in die Überschuldung treiben.