Es ist an der Zeit einen kleinen Ausblick zu wagen, nachdem jetzt die Hälfte der Saison gespielt wurde. Der Rubikon (der Saisonspiele) ist überschritten worden, Herr Diekmann! Die Bild berichtet immer noch nicht in dicken Lettern. Wenn Sie, Herr Diekmann, das nicht bald ändern werde ich auch in Zukunft keine Bild-Zeitung kaufen! Da ich keine Telefonnummer von Ihnen besitze, werde ich Sie auch nicht anrufen oder Ihnen drohen, sondern weiterhin die BIG oder Fünf kaufen und lesen.
Plätze 1-4: Auf den Top-Plätzen der Liga wird es meines Erachtens keine Änderung der vertretenen Teams geben. Bamberg wird die Tabellenspitze bis zum Ende der Saison verteidigen. Wer Deutscher Meister werden will, muss zumindest einmal im Bamberg gewinnen. 2-3 Teams ist dies, aufgrund Ihres Kaders zuzutrauen - schauen wir mal, ob es auch jemandem gelingt. Ulm wird wohl leider mehr Niederlagen als in der Hirnrunde kassieren. Auswärts sehe ich dabei die Auftritte in Quackenbrück, Oldenburg und Augsburg-Süd-Ost als mögliche Kandidaten an, Zuhause den Besuch von Bamberg und Berlin. Trotzdem sollte es mit dem Punktepolster möglich sein, die Hauptrunde um Platz drei/vier zu beenden. In der Vergangenheit waren für Platz 4 oft 22-23 Siege notwendig. Bei noch 10 Heimspielen sollten die fehlenden 7-8 Siege zu holen sein. Das ist dann noch immer die beste Saison seit dem Wiederaufstieg 2006! Die Teilnahme am Pokal ist dabei als gute Genrealprobe für die Play-Offs zu sehen. Zum ersten Mal hat dort die Mannschaft den Druck eines Do-or-Die Spiels. Berlin und Artland werden sich nicht mehr aus den Top 4 verdrängen lassen. Zumindest einem Team ist dabei zuzutrauen noch an Ulm vorbeizuziehen. Im Moment haben für mich, bei den beiden Mannschaften, die Enten die Nase etwas vorne. Qualitäten in den Play-Offs haben beide Mannschaften.
Plätze 5-8: Von diesen Plätzen sind zwei Plätze an München und Oldenburg fest vergeben (auch in dieser Reihenfolge). München wird in der Rückrunde anfangen auch zu auswärts siegen und sich in der Tabelle bis auf Platz 5 hochschieben. In den Play-Offs ist mit dieser Mannschaft vieles möglich. Mit Oldenburg wird sich das zweite Schwergewicht für die untere Hälfte der Play-Offs qualifizieren. Sobald die Doppelbelastung (Europa) für die kleine Rotation der Niedersachsen weg fällt, werden diese auch in der Bundesliga mit vollen Kräften zupacken können. Spätestens in den Play-Offs muss man die nominell zweit stärkste Starting-5 erst mal schlagen. Sehr gute Chancen sehe ich auch für Braunschweig in den Top 8 zu bleiben. Der Kader gibt das auf jeden her, auch wenn sich diese Mannschaft nicht unbedingt durch Konstanz ausgezeichnet hat. Um den letzte Play-Off Platz werden sich am Ende vier Mannschaften streiten. Für mich sind dabei die folgenden Teams alle heiße Kandidaten: Würzburg (John Patrick weiß spätestens seit Göttingen wie man sich für die Play-Offs qualifiziert, auch wenn man sich dann mit schöner Regelmäßigkeit immer in Runde eins verabschiedet hat), Bremerhaven (außer in ihrem "Abstiegsjahr" immer in den Play-Offs, wenn auch mit wechselndem Erfolg), Frankfurt (nach einem verpennten Saisontonstart wurde die Ruhe bewahrt, der Trainer nicht gefeuert und die Mannschaft scheint sich gefunden haben. Ich bin wirklich gespannt was da noch nach oben möglich ist, nachdem man lange im "Abstiegskampf" war) und mit sehr großen Abstrichen Bonn (hier müssen noch Großteile der Fans lernen, dass man mit 3-3,5 Mio. Euro Etat in der Regel nur noch um Platz 6-10 mitspielt und die Play-Offs keine Selbstverständlichkeit sind. Jetzt nach dem man sich aus Europa verabschiedet hat, klappt es auch wieder mit dem Siegen. Bonn sehe ich als schwächste der genannten Mannschaften, der Standort wird dafür mit dem Pokalturnier entschädigt).
Platz 9 -12: Bayreuth! In der Wagnerstadt hat sich der Trainerwechsel bezahlt gemacht. Van den Berg hat der Truppe neuen Schwung verliehen und sie Zuhause zu einer eindrucksvollen Macht werden lassen. Die knappe Niederlage gegen Bamberg und der Sieg gegen Berlin waren sicher keinem Zufall geschuldet. Am Ende wird es zu Rang 9 reichen und man drei der schon genannten Teams hinter sich lassen. In Ulm haben wir schon im nächsten Heimspiel den wieder erstarkten Traditionsstandort zu erleben.
Platz 13 - 18: Das einzige was fix sein dürfte, ist wohl der sportliche Abstieg von Göttingen, auch wenn hier noch der eine oder andere Sieg mehr als in der Hinrunde eingefahren wird. John Patrick hat nach seinem Abgang hier einen Scherbenhaufen hinterlassen und die übrigen Verantwortlichen konnten den Know-how-Verlust weder finanziell noch sportlich auffangen. Das wird nichts mehr. Auf der anderen Seite wird Hagen die erste Mannschaft sein die sich aus dem Abstiegskampf nach oben verabschiedet. Es verbleiben damit Gießen, Tübingen, Ludwigsburg und Trier bei der Reise nach Jerusalem. Aus schwäbischer Sicht müsste man sich einen Absteiger aus Trier oder Gießen wünschen. Nachdem Trier ein tolles (deutsches) Jugendkonzept hat (mal abgesehen von der Sympathie) und Gießen, nach drei Jahren Ruhe wieder im Chaos zu versinken droht, wäre folgerichtig Gießen der "sportliche" Absteiger aus der BBL. Von einer völlig neuen Erfahrung, könnte man in dieser Situation, bei dem Bundesliga-Dino, nicht sprechen. Vielleicht waren die beiden Aufsteiger München und Würzburg der (Meteoriten-) Einschlag der die Tabelle so verschiebt, das für Gießen kein Platz mehr ist und der Dino zumindest in der BBL ausstirbt. Die sagte Stefan Remmler schon: "Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei".
PS: Mein Freund Carl-Friedrich Börne empfiehlt den Plastikgeldfetischisten schnellst mögliche einen Arzt (vielleicht TS) aufzusuchen und sich einen Chip mit Zahlungsfunktion implantieren zu lassen. Die Implantation eines solchen Chips unter die Haut im Arm hätte doch folgende Vorteile: Den Chip trägt man immer bei sich; Der Chip kann nicht oder nur sehr schwer verloren gehen (wer verliert schon mal so seinen Arm): und die Dauerkarte kann so wie jetzt auch völlig unabhängig verliehen werden. Wie sagen Sie immer so schön: Das ist voll geil und wäre fast einen Grund den grünen Gummibären tanzen zu lassen. Das es sich dabei um kein Utopie handelt kann man in Spanien sehen. Dort gibt es schon ein paar Diskotheken (Neudeutsch wohl: Clubs) die ein solches Zahlungssystem für Stammgäste eingeführt haben. Wie sieht es aus Herr Dimpfelmoser?